Ökumene

Ökumene

Die Ökumene richtet sich gegen einen Skandal, der immer mehr vergessen wird: die Spaltung der Christenheit. Diese widerspricht „ganz offenbar dem Willen Christi, sie ist ein Ärgernis für die Welt und ein Schaden für die heilige Sache der Verkündigung des Evangeliums vor allen Geschöpfen“.[1]

Von Beginn an war diese christliche Gemeinschaft allerdings auch gefährdet. Nicht zufällig mahnt der Apostel Paulus die Korinther: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung (1. Korintherbrief 1,10). Im Laufe der Kirchengeschichte kam es immer wieder zu Spaltungen. In Streitfällen brachten Konzilien zwar die ersehnte theologische Klarheit, boten aber gerade dadurch manchen Gruppierungen auch Anlass, sich von der Mutterkirche abzuwenden. Im Jahr 1054 kam es nach jahrhundertelanger Entfremdung zum Bruch zwischen Ost- und Westkirche; für das Jahr 1517 setzt man die reformatorische Spaltung der westlichen Christenheit an.

Wer Gottes- und Nächstenliebe predigt, macht sich unglaubwürdig, wenn er zugleich in Zwietracht und Zerwürfnis mit seinen Mitchristen lebt. Folgerichtig entstand die ökumenische Bewegung nicht zuletzt in evangelischen Missionarskreisen. Der katholischen Kirche fiel es aufgrund ihres Selbstverständnisses zunächst schwer, sich dieser Bewegung anzuschließen; im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) jedoch schuf sie die theologischen Vorbedingungen, die ihr Möglichkeiten zum Dialog mit den anderen Konfessionen eröffnete. Heute erachtet sie den ökumenischen Prozess für unumkehrbar.[2]

Ökumene ist nicht nur Sache der Bischöfe und theologischer Spezialisten; alle Katholiken sind eingeladen, sich den ökumenischen Bemühungen anzuschließen, die unternommen werden, um die Einheit der Christen wiederherzustellen.[3] 


[1] Zweites Vatikanisches Konzil, Ökumenismusdekret n. 1
[2] Vgl. Enzyklika Ut unum sint (1995) n. 3
[3] Ökumenisches Direktorium (1993) n. 23

Veranstaltung: Leben, was uns eint!

Erfahrungen und neue Chancen ökumenischer Gemeindepartnerschaften

Ökumenische Gemeindepartnerschaften und Charta Oecumenica zeigen mit Selbstverpflichtungen für Christinnen und Christen Wege auf, wie der Glaube über konfessionelle Grenzen hinweg gelebt werden kann – für einen neuen Blickwinkel auf das gemeinsame Denken und Handeln!
Wie können Gemeindepartnerschaften im Erzbistum Köln für „neuen Wind“ in der Ökumene sorgen? Welche Erfahrungen liegen vor – und welche Perspektiven führen in die Zukunft? Welche ökumenischen Impulse und Chancen ergeben sich aus der Charta für die Gestaltung der Ökumene vor Ort?

 

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