Bonn – Zweite Phase – Gräber freigelegt

7. November 2018 Sebastian Eckert

Bonn. Die zweite Phase im Rahmen der Generalsanierung des Bonner Münsters ist gestartet. Dabei wurden alte Gräber freigelegt und weitere archäologische Schätze gehoben. Vor allem im Bereich des Kreuzgangs, durch den ein etwa 35 Meter langer Schacht angelegt wurde, fanden sich bei den Grabungen sterbliche Überreste aus allen Epochen. Der Kreuzgang wurde im Mittelalter und der frühen Neuzeit als Gräberfeld genutzt. Es fanden sich einzelne Knochen, aber auch ganze Gräber, daneben Bekleidungsreste und Keramikfunde. Nach den Arbeiten werden sie an geeigneter Stelle im Bonner Münster oder im Kreuzgang in Würde neu beigesetzt.

Zahlreiche archäologische Funde bei den Bauarbeiten

Sowohl die Anlegung des Schachtes, als auch die für die Stromversorgung nötige Bodenöffnungen, erfolgten unter strenger archäologischer Begleitung.  Im nördlichen Querhaus des Münsters fanden sich Reste des alten gelb-roten Fliesenbodens. Vermutlich stammt er aus der Zeit der Sanierung um 1897. Damals erhielt die Kirche ein Plattenmosaik, reich gemustert im Querschiff, einfacher gehalten im Mittelschiff und in den Seitenschiffen.

Nach einem Bombentreffer Ende des zweiten Weltkriegs wurde der Boden ins Erdreich gedrückt; darunterliegende Gruften stürzten ein. Bei der anschließenden Sanierung und den Begleitgrabungen Mitte der 1940er Jahre wurden Teile am Ort belassen. Der heutige Boden ist jüngeren Datums.

Während der Generalsanierung spielt der Denkmalschutz eine wichtige Rolle. „Das Bonner Münster ist die Keimzelle der mittelalterlichen Stadt Bonn und ein wichtiger Platz für die Stadtgeschichte“ , so Peter Schönfeld von Archäonet. Das mache die Untersuchungen auch so wichtig.

Erneuerungen der Elektro- und Versorgungsleitungen

Behoben werden während der zweiten Bauphase die Schäden im Inneren und Äußeren der Münster-Basilika. Unter anderem werden dabei Elektro- und Versorgungsleitungen erneuert.

Die Arbeiten in der sogenannten zweiten Phase gehören zu den größten und umfangreichsten Maßnahmen im Rahmen der Generalsanierung. Sie umfassen die Instandsetzung der Fassaden, die statische Sicherung des Bonner Münsters und Restaurierungsarbeiten im Inneren, unter anderem an den Fresken und Mosaiken.

Mehr Licht im Bonner Münster

Auch die ungenügende Lichttechnik und Beleuchtung wird dabei verbessert. Nur 15 bis 30 Lux kamen zuletzt an den Kirchenbänken an. Um vernünftig einen Text lesen zu können, sind aber 100 bis 120 Lux notwendig. Die neue Beleuchtung soll zudem die Architektur der in Teilen 1000 Jahre alten Basilika besser zur Geltung bringen. Dafür werden 160 LED-Leuchten eingebaut.

Darüber hinaus wird die Heizungsanlage optimiert. Bestehende Lüftungskanäle werden saniert und, falls nötig, durch neue ergänzt.

Für die Arbeiten des zweiten Bauabschnitts sind Gesamtkosten von rund 14,7 Mio. Euro veranschlagt.

Ende der Sanierung

Die Generalsanierung des Bonner Münsters wird nach dem aktuellen Bauzeitenplan voraussichtlich bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Finanzierung

Die im Rahmen der Spendenaktion „Mein Herz schlägt fürs Bonner Münster“ eingegangenen zweckgebundenen Spendenmittel des Münster-Bauvereins in Höhe von bisher rund 925.000 Euro werden in die Finanzierung der Arbeiten zur Sanierung und Instandsetzung der Münsterbasilika eingebracht.

Derzeit wird zudem ein Konzept erarbeitet, das zusätzliche Einnahmen für die Baumaßnahme aus Plakat- bzw. Bannerwerbung an Bauzaun und Außengerüsten generieren soll.

Der überwiegende Anteil der Kosten von rund 20,22 Millionen Euro für die Sanierungsarbeiten wird aus Kirchensteuermitteln finanziert. Das Erzbistum Köln übernimmt dabei einen Großteil der Kosten.