„Dienst an der Seelsorge in den Gemeinden“
18. Juli 2007; PEK (070718)
Eine langfristig zukunftsfähige Struktur für die Seelsorge hat Generalvikar Dr. Dominik
Schwaderlapp den Gemeinden im Erzbistum Köln in Aussicht gestellt. Die eingeleitete Neuordnung der
Kooperation in den Seelsorgebereichen werde „bis etwa 2020, im günstigen Fall sogar bis
2025“ tragen. Dies sagte Generalvikar Schwaderlapp in einem Interview, das in der nächsten
Ausgabe der Kölner Kirchenzeitung am 20. Juli erscheint.
Zentrale Vorgabe des Strukturprojekts ist es, die Zahl der Seelsorgebereiche im Erzbistum
Köln von jetzt 221 auf etwa 180 zu reduzieren. Das Generalvikariat arbeitet dazu momentan
Vorschläge aus. Die Notwendigkeit dazu ergebe sich nicht nur aus dem sich verschärfenden
Priestermangel, erklärte Generalvikar Schwaderlapp, der in zehn Jahren mit etwa einem Drittel
weniger Priestern rechnet. Es gehe auch darum, die übrigen Mitarbeiter in der Seelsorge sowie die
ehrenamtlich tätigen Gemeindemitglieder von Gremien- und Verwaltungsarbeit zu entlasten und
„Freiräume für neue Aufgaben“ zu schaffen. Damit reagiere das Erzbistum auf Bitten aus
den Gemeinden, wo die derzeitigen Strukturen zunehmend als zeitraubend und einengend empfunden
würden, so Generalvikar Schwaderlapp.
Zurzeit laufen auf Erzbistumsebene die Beratungen über die Fragen: Soll der Erzbischof die
Fusion von Pfarreien in den Seelsorgebereichen generell vorgeben, wie dies in anderen deutschen
Bistümern bereits geschehen ist? Oder soll eine Wahlmöglichkeit zwischen Fusion und der so
genannten Pfarreiengemeinschaft bestehen bleiben? Im letzteren Fall bleiben die beteiligten
Pfarreien selbstständig, bilden aber einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat. Im März hatte sich bereits
der Priesterrat des Erzbistums für die Beibehaltung der Wahlmöglichkeit ausgesprochen. Bis zum
Herbst sollen auch die Voten des Diözesanrats und des Diözesanpastoralrats vorliegen. Dass dabei
die Überlegungen aus den Gemeinden Berücksichtigung finden, hält Generalvikar Schwaderlapp für
gewährleistet. Schließlich hätten die Beratungsgremien auf Erzbistumsebene den kirchlichen
Strukturen entsprechend „ihre je eigene Rückbindung bis in die Gemeinden“. Auf der
Basis der Voten werde Kardinal Joachim Meisner im Herbst entscheiden. Generalvikar Schwaderlapp
betonte: „Unser Erzbischof geht den Weg der Beratung, natürlich im Bewusstsein, dass er am
Schluss die Entscheidung zu fällen hat.“
Für die anschließende Umsetzung werde man sich nur „bis spätestens 2011“ Zeit
lassen, sagte Generalvikar Schwaderlapp. Auch dies geschehe auf Wunsch der Gemeinden. „Immer
wieder wurde der Erzbischof gebeten, das Bistum nicht in jahrelange Strukturdebatten zu stürzen,
sondern zügig zu entscheiden und für eine schnelle Umsetzung zu sorgen. Beides werden wir mit
Gottes Hilfe tun.“ Das Ziel sei nicht, sich dauernd mit Strukturfragen zu beschäftigen,
sondern der Seelsorge in den Gemeinden zu dienen.
Generalvikar Schwaderlapp erinnerte daran, dass das Leben im Erzbistum Köln „etwas
höchst Dynamisches“ sei. Darum müsse man sich immer wieder darauf einstellen, „dass
sich unsere Ortskirche verändert in die eine oder andere Richtung“. Er sei aber
zuversichtlich, „dass wir jetzt eine Kooperationsstruktur aufbauen, die auf längere Sicht
zukunftsfähig ist“.
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